«Ciociaria» kann entsprechend als Sandalenland übersetzt werden.
Das schöne Herbstwetter und der Tourenführer «Bici Italia» haben uns kurzfristig zu einem Besuch dieser Gegend bewegt. Die «Gran Tour della Ciociaria» ist eine der zwanzig Velotouren, die im Führer detailliert beschrieben und mit downloadbaren GPS-Daten ergänzt werden. Die Tourenvorschläge decken praktisch alle Regionen Italiens ab. Der Ciociaria-Kreis, den wir pedalend absolviert haben, ist mit rund 200 Kilometern eine der kürzeren im Buch beschriebenen Strecken. Sie verläuft mehrheitlich entlang und über die Ausläufer des Apennins. Man radelt durch viele pittoreske Dörfer, die förmlich an den Hängen kleben … und zum Teil (schnauf schnauf 😊) auch auf Hügel thronen.
Wir haben Ferentino mit seiner stilvoll restaurierten Altstadt als Ausgangspunkt unserer Tour gewählt. Schon bald geht es danach hoch nach Veroli und wieder runter zur Abbazia di Casamari, eines der frühesten gotischen Bauwerke Italiens. Was der Möbelfabrikant mit seiner Installation entlang des Weges auszudrücken versucht, bleibt uns schleierhaft. Um einiges reizvoller ist da schon der Wasserfall mitten in Isola del Liri. Hinter Sora liegt der annähernd 2000 Meter hohe Monte La Brecciosa. Ihn zu erklimmen gehört glücklicherweise nicht zur «Gran Tour della Ciociaria». Stattdessen drehen wir südlich ab und fahren via Lago di Posta Fibreno nach Atina. Eine längere Abfahrt führt am nächsten Morgen in die Ebene von Cassino. Mystische Nebel liegen über ihr. Die Sonne hat sie allerdings schon gut verdrängt, als vor uns der Monte Cassino auftaucht, mit dessen im Zweiten Weltkrieg heftig umkämpften Benediktinerkloster. Nun hoch nach Roccasecca – Radfahrer geniessen hier schon beinahe Vorzugsbehandlung 😊 – und danach rund 30 Kilometer durch die Ebene des Sacco-Tals bis schliesslich hinauf nach Castro dei Volsci. Der Aufstieg in diesen wunderbaren Ort (gehört zu den Borghi piu belli d’Italia) hat sich gelohnt. Die Aussicht auf praktisch die gesamte «Ciociaria» ist schlicht atemberaubend. Am dritten Tag schliesslich die Rückfahrt nach Ferentino und vom Zentrum von Frosinone auch nochmals einen Rückblick auf diese attraktive Velotour.


















