3. November 2025
Der Mathew’s Head Trail windet sich im Fundy Nationalpark durch den Küstenwald. Lediglich einzelne Sonnenstrahlen durchdringen an diesem Morgen das Dickicht und lassen das Moos und die Pilze erleuchten. Dann aber wird der Blick freigegeben und vor uns liegt die Bay of Fundy ... die Ebbe hat vor ein paar Stunden eingesetzt. Als wir später nach Alma zurückkehren, hat es die am Tag zuvor beobachtete Fundy Predator II offensichtlich noch nicht geschafft, wieder zum Lobsterfang auszulaufen.
Im rund hundert Kilometer südlich gelegenen Saint John ist danach die Fischerdorf- und Nationalparkidylle rasch vergessen. Auf Schritt und Tritt wird offensichtlich, dass die Blütezeit der Stadt mit dem einst blühenden Schiffsbau längst der Vergangenheit angehört. Saint John erinnert stark an eine dem Strukturwandel zum Opfer gefallene nordenglische Industriestadt. Selbst das «Loyalist House», eines der wenigen übriggebliebenen historischen Gebäude, hat seinen Glanz im Schatten der neueren Bausünde verloren. Die Bewohnerinnen und Bewohner nehmen dies mit Humor. An diesem Ort hier ist nichts Wesentliches geschehen, heisst es an einem Gebäude in einer Wohnstrasse.
Die wunderbare Herbstlaubverfärbung präsentiert sich uns ein letztes Mal bei unserer Rückkehr in die USA. Der Blick aus dem Acadia Nationalpark auf die Bucht vor Bar Harbor ist einzig getrübt durch die tiefhängenden Wolken und auch vom Cadillac Mountain im Zentrum des Parks ist die Fernsicht leider beschränkt. Zum Glück ist die Sonne auf unserer Weiterreise bald wieder zurück. Die malerischen Dörfer an der Küste von Maine und weiter südlich zeigen viel Charme und der wilde Atlantik hat seine eigene Faszination.
Selbstverständlich darf auch ein Besuch auf einer Austernfarm nicht fehlen. Wir wählen die Glidden Point Farm, weil wir deren Austern bereits genossen und geschätzt haben. Die Bänke liegen versteckt in der Damariscotta Bucht. Nach rund zwei Jahren des Heranwachsens werden sie von dort zur Plattform bei der Farm gebracht, hier noch kurz in Becken gelagert, bevor sie danach geputzt und versandt werden. Wer auf der Farm Austern geniessen will, darf sich auch in deren Öffnen üben 😊. Wird eine Auster zu gross – wie das zehnjährige handgrosse Beispiel –, ist sie nicht mehr roh geniessbar, sondern muss gekocht werden.
Sehens- und einen Zwischenstopp wert sind auch viele der grösseren Städte an der Küste Neuenglands. In Portland (Maine) wurde das ganze Hafengelände umgestaltet und auf den früheren Piers zum Teil Wohnraum geschaffen. Etwas südlicher liegt Portsmouth (New Hampshire), die Stadt mit den markanten Brücken über den Piscataqua River. Ausgiebig und mit einem riesigen Umzug wird hier Haloween gefeiert. Die noch am Nachmittag beschauliche Umgebung der Kirche im Städtchen wird zu einem riesigen Festgelände. Aporpos Haloween: Welch treffende Message in Bostons Southend!
Mit einem schönen Wiedersehen mit Mirko und Harvard mal etwas anders geht unsere wundervolle Reise in Boston zu Ende. Was für ein eindrücklicher Monat! Die wunderbaren Herbstfarben, die offenen und überall herzlichen Kontakte mit Leuten und die 1A-Seafood Cusine werden uns noch lange in bester Erinnerung bleiben. Last but not least: Thanks Mirko for your great hospitality!
P.S. Wir vor dem alten Feuerwehrdepot in Boston musste das perfekte Schlussfoto vor unserer Rückreise in die Toskana sein😊. Der ehemalige Feuerwachturm wurde 1892 effektiv dem Torre von Siena nachgebaut!
28. Oktober 2025
Nach 36 Stunden auf See stapft die Fundy Predator II mit ihrer fünfköpfigen Besatzung zurück in den Hafen von Alma in New Brunswick. Kaum angelegt werden die Luken zu den sich im Rumpf befindenden Wassertanks geöffnet. Der dort in Kisten gelagerte Hummerfang wird nun an Deck gebracht und von dort auf den Pier hochgezogen und sogleich in den wartenden Lastwagen verladen. Alles muss rasch gehen. Die Tiere dürfen nicht zu lange dem Wind ausgesetzt werden, ansonsten sie verenden. Der Lastwagen wird sie zu riesigen Lagertanks bringen, wo sie bis zur Verarbeitung verbleiben werden. Derweil werden neue Köder auf die Fundy Predator II gebracht. Das Schiff wird bald wieder auslaufen und ihre 375 Lobsterfallen (maximal erlaubtes Kontingent eines Fangbootes) ansteuern. Die auf dem Meeresgrund liegenden und mit Bojen verbundenen Körbe werden dann wieder mit Hummern gefüllt sein, die den Ködern in den Fallen nicht widerstehen konnten. Der grösste je in der Region gefangene Hummer wog 20 Kilogramm. In Digby sind dessen imposante Scheren heute noch zu besichtigen. Ein normaler Lobster, wie wir ihn geniessen, wiegt dagegen 1 bis maximal 2 Kilo.
Der Hummerfang ist nicht nur in Alma ein lukratives Geschäft (die Fundy Predator, so schätzen wir, hatte heute eine Ladung im Wert von 30'000 bis 40'000 CAD an Bord). Auch im Süden von Nova Scotia leben viele von den Lobstern. Davon zeugen die unzähligen Boote in vielen kleineren und grösseren Häfen entlang der Küste. Nicht nur sie bringen hier Farbtupfer in die Landschaft. So farbenfroh wie Lunenburg, südlich von Halifax, präsentiert sich jedenfalls selten eine Stadt. Eine kurze Pause, durchatmen, bevor es nach Shelburne geht, dessen Altstadt farbenmässig ähnlich beeindruckend ist.
Auf unserem Weg in Richtung der Prince Edward Island ("PEI") liegt der Burntcoat Head, die Stelle an der Bay of Fundy, mit dem weltweit höchsten Tidenhub. Der Wasserstand zwischen Flut und Ebbe variiert hier um ganze 16,3 Meter! Die Wasserlinie bei Flut ist im roten Felsen gut auszumachen und auch in der Umgebung zeigt sich, wie weit sich das Wasser bei Ebbe zurückzieht. In Bear River, einem Örtchen rund 10 Kilometer im Landesinnern, mussten die Häuser am gleichnamigen Fluss auf Pfählen gebaut werden, weil sich die Gezeiten der Bay of Fundy noch weit flussaufwärts auswirken.
Wir erreichen die PEI per Fähre (rein aus Kontrastgründen steht auf unseren Fährenfahrten stets die gleiche Person Modell 😊). Die Insel lebt zu einem guten Teil von der Landwirtschaft … und ganz besonders vom Anbau von Kartoffeln. Die entsprechenden Äcker reichen bis runter zu den Küsten. Dieser entlang finden sich viele kleine Häfen, die dem Fischfang (Lobster hat hier eine weniger grosse Bedeutung) dienen, malerische Leuchttürme und wunderbare Strände. An der Nordküste liegt ein ganz besonderes Bijou: Die 45 Steps Inn. Sie verdankt ihren Namen den 45 Stufen der Holztreppe, die vom Garten des kleinen Boutiquehotels hinunter zum Wasser des Sankt-Lorenz-Golfs führt. Bei den gegenwärtigen tiefen Temperaturen reicht es nur für ein ganz, ganz kurzes Bad! Barbara und Thomas verwöhnen uns kulinarisch und offerieren dazu hervorragende Weine. Als auch noch das Abendrot zu glühen beginnt, fällt es uns schwer, weiterzureisen. Durch schmucke Dörfer mit ihren besonderen Leuchttürmen ziehen wir schliesslich doch weiter. Es geht auf unsere letzte Etappe, südlich zurück nach Boston.
22. Oktober 2025
Die Brücke über den Restigouche-Fluss verbindet die Provinzen Québec mit der Provinz New Brunswick bei Campellton. Wer nun meint – wie wir anlässlich des letzten Blogeintrags ☹- bei ihrer Überquerung das frankophone Kanada hinter sich gelassen zu haben, irrt gewaltig. Auch in New Brunswick sind annähernd die Hälfte der Einwohner und Einwohnerinnen französischer Muttersprache. Entsprechend ist die Fahne der Akadier, wie sie sich nennen, insbesondere im Nordteil der Provinz häufig zu sehen. Wir müssen gut hinhören, um sie zu verstehen. Ihr Französisch unterscheidet sich erheblich von demjenigen, das in Québec gesprochen wird. Sowohl das Québecois wie auch das Akadische basieren zwar auf dem Französich des 17. Jahrhunderts, das sie sozusagen konserviert haben. Nur ist es in Québec die (für uns leichter verständliche) Sprache, die in Paris gesprochen wurde und in Akadien das Französische des damals ländlichen Westfrankreichs. Unser Greve-Herz schlägt im Übrigen auch hier wieder höher: Akadien als geographische Bezeichnung geht auf den Greve-Seefahrer Verrazzano zurück, der das Gebiet von New Brunswick und Nova Scotia bei seiner Entdeckungsfahrt von 1524 so benannte.
Die gut erhaltene Hütte, wo früher die Lachsfischer der Chaleur Bay ihre Fänge verarbeiteten ist nur eines der malerischen Fotomotive an der Küste auf unserer Reise südwärts.
Shediac nennt sich zwar die Lobster-Hauptstadt der Welt. Trotzdem bietet kein Restaurant an diesem Abend einen ganzen Hummer an. Aber auch die Lobster Roll mundet vorzüglich.
Weiter geht die Reise in die Provinz Nova Scotia, vorerst nach Halifax. Hier treffen wir unsere kanadischen Freunde, die aus British Columbia angereist sind. Mit ihnen zusammen erkunden wir den nord-östlichsten Zipfel von Nova Scotia, Cape Breton und den Cape Breton Highlands National Park. Wir tauchen hier nochmals so richtig in die Fall Foilage, die Herbstlaubverfärbung, ein. Auf Wanderungen der Küste entlang, Flussläufen hoch oder in Hochmooren, erleben wir die gesamte Pracht, die die Cape Breton-Insel zu bieten hat. Der weissköpfige Seeadler (bold eagle) kreist vor unseren Augen über dem Sankt-Lorenz-Golf. In Chéticamp – einer der wenigen akadischen/französischsprachigen Gemeinden, die es auch in Nova Scotia gibt – bekommen wir endlich einen Moose zu Gesicht, der sich im Nationalpark zu unserem grossen Bedauern leider nicht zeigen wollte. Beim Krabbenessen fühlt man sich einige Jahre zurückversetzt 😊!
16. Oktober 2025
Wir sind an diesem wunderschönen Sonntagmorgen nicht die einzigen, die die steilen Treppen zum Mont Royal hochsteigen. Der Effort hat sich gelohnt, die Aussicht auf das Zentrum von Montreal ist einzigartig. Aber auch andere Perspektiven haben es in sich. Etwa vom Vieux Port der Blick zurück auf den Central Business District oder in umgekehrter Richtung den Sankt-Lorenz-Strom hoch. Die andere Seite des Hafenbeckens wird vom Habitat 67 beherrscht, dem Wohnhauskomplex, den Moshe Safdie für die Weltausstellung von 1967 entwarf. Der Gebäudekomplex der Mc Gill Universität vor den Glastowers der Innenstadt ergibt einen weiteren Kontrast im Stadtbild. Unverkennbar ist der französische Einfluss nicht nur, aber auch in der Architektur. Das Hotel de Ville und die Basilique Notre-Dame könnten gut in einer französischen Grossstadt stehen. Im Quartier Le Plateau Mont Royal mit seinen vielen Bistrots, Gourmetrestaurants und Musiklokalen sind die Vibes nicht anders als in einem der Ausgehviertel von Paris. Das frankophone Element verleiht der Stadt und den Québecois auch sonst viel Charme. Beim Blumenhändler auf dem Marché Atwater dringt dann allerdings der nordamerikanische Haloween-Hype doch wieder durch. Wir flüchten uns in die Ville Souterraine, in die RESO. Die rund 30 km unterirdischen Gänge und Malls wurden gebaut, um sich in den kalten Jahreszeiten fortbewegen zu können, ohne Wind und Schnee ausgesetzt zu sein. Bei angenehmen Wetterbedingungen wie jetzt sind sie gespenstisch leer ... und im Labyrinth die Orientierung zu behalten, stellt sich als gar nicht so einfach heraus. Eine Velofahrt dem Lachine-Kanal entlang ist dagegen um einiges entspannter😊!
Québec City (300 km östlich von Montreal gelegen) ist die auf dem amerikanischen Kontinent nördlich von Mexiko einzige Stadt, die noch über eine Stadtmauer verfügt. Ohne Hausanschrift könnte man sich auch hier in vielen Strassenzügen nach Europa zurückversetzt fühlen. Beherrscht wird die Stadt durch das Chateau Frontenac, das Hotel, das zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde. In Québec trennen wir uns vorläufig von Mirko. Während er westwärts weiterreist, ziehen wir gegen Osten. In zwei Wochen werden wir ihn in Boston wiedersehen😊.
Hinter Québec weitet sich der Sankt-Lorenz-Strom. Obschon dieser erst in rund 500 km zum Golf wird, wähnt man sich bereits hier am offenen Meer. Dies sehen offensichtlich auch viele Walarten so, die sich bis zu den planktonreichen Gewässern vor Tadoussac vorwagen. Im Ort mit der ältesten Holzkirche Kanadas buchen wir eine Bootstour und bekommen einen Finnwal und Belugawale vor die Kamera. Auch Seehunde und Pinguine halten sich nicht versteckt.
Weiter östlich, in Baie Comeau, nehmen wir die Fähre, die uns über den Sankt-Lorenz-Strom auf die Halbinsel Gaspésie bringt. Auf deren Nordseite fahren wir bis nach Sainte-Anne-des-Monts und von dort südlich in den Parc National de la Gaspésie. Es ist kalt und zugig hier und die Wolken hängen tief. Ein paar der schönen Orte des Parks entdecken wir trotzdem.
Morgen lassen wir das frankophone Kanada hinter uns, au revoir Québec and hello New Brunswick, Nova Scotia and Prince Edward Island!
12. Oktober 2025
Es ist kalt geworden in den Hügeln Neu Englands. Nichts mehr vom Spätsommerwetter von Boston. In den White Mountains in New Hampshire bewegen sich die Temperaturen morgens um den Gefrierpunkt. Die strahlende Sonne danach lässt die Temperaturen zum Glück merklich steigen. Es herrschen beste Bedingungen für die Indian Summer Fall Foilage, die Herbstlaubverfärbung! Dieses Naturphänomen tritt im Nordosten von Nordamerika besonders intensiv auf, weil hier die Hügelzüge von Norden nach Süden (und nicht auf der West-Ost-Achse) verlaufen und die Polarluft so ungehindert in südliche Regionen vordringt. Im Altweibersommer – der hier Indian Summer heisst, weil für die weissen Siedler in dieser Zeit die letzten Indianerattacken vor Wintereinbruch drohten – mit seinen extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht verfärben sich die Baumblätter rasch, was zu einem gewaltigen Farbenspektakel führt.
In Bretton Woods, am nordöstlichen Rand der White Mountains, ist unsere Gemütslage hin- und hergerissen. Die verfärbten Wälder in der Umgebung des Mount Washington (mit 2000 Metern der höchste Berg im Nordosten der USA) sind wunderschön. Das geschichtsträchtige Hotel des Ortes regt aber auch zum Nachdenken an. Im Juli 1944 trafen sich hier Finanzminister und Notenbankgouverneure aus 44 Staaten mit dem Ziel die Grundlagen für eine globale Finanz- und Wirtschaftsordnung der Nachkriegszeit zu schaffen, die verhindern sollten, dass wirtschaftlicher Nationalismus und Weltwirtschaftskrisen zu Katastrophen wie dem Faschismus führen würden. Es wurden in der Folge die Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds als Organisationen der Weltbank geschaffen. Nun, (nur) achtzig Jahre später wollen einige der massgeblichen Politiker von den damaligen Learnings offensichtlich nichts mehr wissen …
Sehenswert in New Hampshire ist die Lakes Region nordwestlich von Concord, der Hauptstadt des Bundesstaates. In den White Mountains ist um diese Jahreszeit auch ein Ausflug in das Waterville Valley unbedingt zu empfehlen. In Vermont zeigt sich der Indian Summer ebenfalls von seiner farbigsten Seite. Ein Besuch im Sugarhouse der Maple Grove Farms in Saint Johnsbury, einem der weltweit grössten Produzenten von Maple Leaf Sirup darf ebenso wenig fehlen, wie ein Aufenthalt im schmucken Örtchen Stowe. In zwei Autostunden werden wir von hier in Montreal sein …
8. Oktober 2025
Moon over Boylston Street (nicht Bourbon Street wie bei Sting): Mirko, unser Sohn, zieht alle Register, um uns einen wunderschönen, herzlichen Empfang in Boston zu bieten 😊! Die missliche politische Situation in den USA könnte dabei glatt in Vergessenheit geraten. Von dieser ist in Boston, in dieser durch und durch blauen (=demokratischen) Stadt, allerdings auch nicht viel zu spüren. Gar der Immigration Officer empfängt uns so nett, wie nie eine Amtsperson bei unseren Einreisen in die USA zuvor.
Das warme Spätsommerwetter lädt sofort ein, die Stadt zu erkunden. Die Skyline ist nicht nur von Mirkos Dachterrasse aus berauschend. Durch den Park «Boston Common», den Beacon Hill hoch, wo einem die goldene Kuppel des Parlaments von Massachusetts entgegenleuchtet. Dessen Vorgängergebäude, in dem 1776 die Declaration of Independence verlesen wurde, hält sich heute zwischen den Hochhäusern in Downtown versteckt. Einen ähnlichen Yöh-Effekt wie das Old State House löst auch die kleine Bibliothek aus im Vorgarten eines der klassischen Backstein-Wohngebäude in Back Bay.
In Chinatown wird nicht nur gut gekocht, sondern auch fleissig um Geld gespielt. In Little Italy sind die Händler und Gastronomen heute vielleicht noch aktiver als es ihre Vorfahren waren, die hierher aus Sizilien, von Neapel und aus vielen anderen Regionen Italiens emigrierten. Zum Rundgang durch Boston und Cambridge gehört selbstverständlich auch ein Besuch des Campus von Harvard. Dann endlich, nach vielen Schritten, kommt’s zur Belohnung mit dem vom Feinsten, was die Region zu bieten hat 😊!
Newport, das rund zwei Autostunden südlich von Boston in Rhode Island liegt, hat viele Gesichter. Bekannt wurde der Ort unter anderem durch das Newport Folkfestival, an dem in den 1960-iger Jahren u.a. Bob Dylan einen legendären Auftritt hatte. Im schmucken Städtchen an der Atlantikküste fand lange auch das Vorgängertournier zum US-Open im Tennis statt. Geblieben ist die in dieser Zeit gegründete «International Tennis Hall of Fame». Newport war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert sodann die Nobel-Feriendestination der Wirtschaftselite der damaligen USA. Die Vanderbilts, die Berwinds etc., die mit Kohle, Silber oder mit Eisenbahnen und Schiffen zu immensem Reichtum kamen, liessen hier standesgemässe Prunkbauten im Stile von Loire Schlössern oder italienischen Renaissance-Palästen erstellen.
Auf weitere italienische Spuren resp. gar auf die Spuren eines (ur)alten Greve-Bürgers stossen wir südlich von Westport, an der Narrangansett Bay. Hier ankerte Giacomo da Verrazzano, der aus Greve in Chianti stammende Seefahrer, vor fünfhundert Jahren (1524) auf seiner Suche nach einer Nordwest-Passage nach Asien. Ihm zu Ehren überspannt die «Jamestown Verrazano Bridge» einen Teil der Bucht.
So wie Verrazzano danach weiter nach Norden segelte, geht es für uns morgen ebenfalls nordwärts in die Hügel von New Hampshire und Vermont und danach nach Montreal.
